Die documenta kommt nach Athen

Im Jahr 2017 wird zum 14. Mal die documenta stattfinden. Traditioneller Ausstellungsstandort der documenta ist Kassel. In dieser Hinsicht wird die 14. documenta eine wesentliche Neuerung mit sich bringen: Sie wird eine Doppelstruktur auszeichnen. Neben Kassel wird die griechische Hauptstadt vom 8. April bis 16. Juli 2017 als gleichwertige Gastgeberin für die documenta fungieren. Aus diesem Anlass wird an dieser Stelle eine Spezialrubrik eingerichtet. In dieser Rubrik werden wir Ihnen in regelmäßigen Abständen die einzelnen Ausstellungsjahre vorstellen, angefangen bei der ersten documenta im Jahr 1955 bis zur bisher letzten Ausgabe im Jahr 2012. Im Anschluss finden Sie zunächst eine allgemeine Einführung über die „documenta 14“.



ÜBER DIE documenta 14

Die documenta gilt als weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Jede documenta ist ein einzigartiges Unterfangen, das sich ausgehend vom ursprünglichen Konzept des Künstlerischen Leiters über viele Schritte der Recherche und Diskussion der Ausstellung annähert. Von leidenschaftlichen öffentlichen Debatten begleitet, ist jede documenta ein Forum zur Reflexion und Präsentation globaler Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst und Kultur, ein Instrument zur Neuschreibung von Geschichte und zur Neudefinition zeitgenössischen Ausstellungsmachens. Alle fünf Jahre zeigt die documenta einem internationalen Publikum neue Richtungen auf. In ihrem über sechzigjährigen Bestehen hat die documenta ihren Ruf als sich stetig verändernde Institution in Kassel begründet – und auch den als maßgebliche Kraft, die den globalen Diskurs über zeitgenössische Kunst mitgestaltet.

Die documenta wurde von einer Gruppe von Enthusiasten gegründet, angeführt von dem Künstler und Designer Arnold Bode. Sie wollten zeigen, dass die moderne Kunst ihren Platz in der Rekonstruktion der deutschen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. Durch den spezifischen Rhythmus und die Wahl des Ortes konnte die documenta sich zu dem Projekt entwickeln, das inzwischen seit über sechzig Jahren besteht. Seit ihrem Beginn im Jahr 1955 hat die documenta zahlreiche Künstler und Kulturschaffende aus vielfältigen Kontexten und Orten rund um den Globus empfangen.

Der Künstlerische Leiter der documenta 14 hat für die Ausstellung eine Doppelstruktur vorgeschlagen, die sich in dem Arbeitstitel „Von Athen lernen“ widerspiegelt. Kassel und die griechische Hauptstadt sind gleichwertige Gastgeber der Ausstellung: Die bislang wenig hinterfragte Position des zentralen Standorts der documenta wird zugunsten einer anderen Rolle aufgegeben, nämlich der des Gastes in Athen.

Die verschiedenen Orte und die divergenten sozioökonomischen Gegebenheiten in Kassel und Athen haben sich ebenso auf den Prozess der Schaffung beider Teile der Ausstellung ausgewirkt, wie sie die einzelnen Kunstwerke inspirieren und beeinflussen. Für die documenta 14 sind die teilnehmenden Künstler eingeladen, im Rahmen der zwischen diesen beiden Städten entstehenden Dynamik zu reflektieren und zu produzieren und für jeden der beiden Orte eine Arbeit zu entwickeln.

Die documenta 14 versucht, eine Vielzahl von Stimmen in den zwei Städten, in denen sie verortet ist, zwischen ihnen und über sie hinaus zu erfassen, und erschließt von dem Blickwinkel der mediterranen Metropole Athen aus, in der sich Afrika, der Nahe Osten und Asien berühren, auch außereuropäische Kontexte. Die physische und metaphorische Distanz zwischen Kassel und Athen verändert auf grundlegende Art und Weise, wie Besucher die documenta 14 erfahren – indem Gefühle des Verlusts und der Sehnsucht ins Spiel gebracht werden, während ihr Verständnis dessen neu gefasst wird, was eine solche Ausstellung sein kann.

 

Athen: 8. April–16. Juli 2017

Kassel: 10. Juni–17. September 2017

 

 

Maria Giakzidou

Tel.: 0030 210 6419 024
Fax: 0030 210 6445 175
m.giakzidou( )ahk.com.gr

Athen:
8. April–16. Juli 2017

Kassel:
10. Juni–17. September 2017


Website:
http://www.documenta14.de/de/