60 Ausbildungsplätze dualer Ausbildung für die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker und Elektroniker für Geräte und Systeme

15.07.16 AHK Griechenland - News-Hauptkategorie, Nachrichten aus Athen, Bildung

„Es ist unser gemeinsames Ziel, etwas für junge Menschen zu tun und ihnen eine Perspektive zu geben. Das duale Ausbildungssystem ist ein guter Weg, um nachhaltige Jugendbeschäftigung zu fördern.

Das BMBF unterstützt seit einigen Jahren Pilotprojekte zur dualen Ausbildung in Griechenland.“ Dies betonte Herr Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung bei seiner Rede, im Rahmen der Veranstaltung der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in der Aegli Zappiou mit dem Thema: „Duale Ausbildung- Der Schritt in die sichere Zukunft“. Herr Rachel fügte hinzu: „Es freut mich, dass nun mit deutscher und vor allem auch griechischer Unterstützung ein weiterer Schritt gegangen wird und die pilothafte Ausbildung von insgesamt 60 Azubis in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker und Elektroniker für Geräte und Systeme im November starten kann.“ Herr Rachel kündigte ebenfalls die Weiterführung des Pilotprojektes MENDI, in Zusammenarbeit mit dem OAED und der DEKRA Akademie, bis zum Ende des Jahres 2017 an.

„Zweifellos, kann das Thema der beruflichen Ausbildung nicht abgegrenzt oder isoliert vom Arbeitsmarkt betrachtet werden. Insbesondere nicht in einer Zeit, wo die Krise negative Auswirkungen und rapide Veränderungen auf dem Wirtschafts- und Arbeitsmarkt mit sich bringt und so die soziale Realität beeinflusst“, betonte Frau Rania Antonopoulou, stellvertretende Ministerin für Arbeit, Sozialversicherung und sozialer Solidarität. Sie betonte auch die Umsetzung von zwei Projekten, die die Berufserfahrung im Betrieb mit einer Betreuung am Arbeitsplatz kombiniert. Im Anschluss folgt die Aufnahme der Projektteilnehmer im selben oder in einem anderen Betrieb mit einer subventionierten Beschäftigung. Das erste Programm betrifft 10.000 arbeitslose Jugendliche im Alter von 18 bis 24 Jahren und das zweite Programm 3.000 arbeitslose Jugendliche im Alter von 25 bis 29 Jahren, die Absolventen der Sekundarstufe sind und eine Hochschulbildung vorweisen können.

„Die Gesellschaft für die Instandhaltung des Rollmaterials der griechischen Bahn ist eine der wichtigsten Unterstützer und Befürworter der dualen Ausbildung in Griechenland, da sie die duale Berufsausbildung für eine „Investition“ in die Zukunft hält. Solche Projekte verbinden die Ausbildung direkt mit dem Arbeitsmarkt und agieren als "Hebel" zur Förderung der griechischen Wirtschaft“, betonte Herr Stefanos Agiasoglou, Präsident und Geschäftsführer von EESSTY SA- ROSCO (Gesellschaft für die Instandhaltung des Rollmaterials der griechischen Bahn). Auch erklärte er, „für das Unternehmen EESSTY SA- ROSCO ist die duale Ausbildung wichtig, weil mit diesem System qualifizierte Arbeitskräfte, durch die Kombination von Theorie und Praxis, ausgebildet werden. Ein System, das auf den Bedürfnissen des Produktionsprozesses des Unternehmens basiert und zugleich eine Auswahl an hochqualifiziertes zukünftiges Personal bietet.“

Der Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer Herr Prof. Dr. -Ing. Athanassios Kelemis berichtete während seines Grußwortes, dass gemäß der Projektplanungen, die Schule im Herbst starten kann. Herr Kelemis bedankte sich bei dem griechischen Ministerium für Arbeit, Sozialversicherung und sozialer Solidarität und dem griechischen Ministerium für Bildung, Forschung und Religion und bei allen Beteiligten und Partnern für die hervorragende und effiziente Zusammenarbeit.

Als Initiative der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer handelt es sich hierbei um das zweite Pilotprojekt in der dualen Ausbildung, ist aber parallel auch das erste in dieser Branche. Das Unternehmen EESSTY SA (ROSCO) hat sich zur Ausbildung von 60 Azubis nach dem dualen Ausbildungssystem in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker und Elektroniker für Geräte und Systeme verpflichtet. Diese Initiative wird von den jeweiligen griechischen sowie deutschen Ministerien und Trägern unterstützt.

Herr Kelemis betonte, dass „die Förderung der beruflichen Bildung in Griechenland besonders wichtig sei, weil in einer Zeit der Krise die Jugendarbeitslosigkeit effektiv bekämpft werden muss“. Das „Ziel der Kammer ist“, unterstich Herr Kelemis, „die duale Berufsausbildung zu fördern und allen öffentlichen und privaten Institutionen der Wirtschaftswelt, den Eltern und Schülern verständlich zu machen, dass die berufliche Bildung weiter entwickelt werden muss, damit die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft verbessert wird.“

Im Rahmen der Veranstaltung nahmen auch folgende Personen zur Wichtigkeit der Förderung der Berufsausbildung und des dualen Ausbildungssystems für Griechenland Stellung: der Generalsekretär Life Long Learning des Ministeriums für Bildung, Forschung und Religion Herr Pausanias Papageorgiou, die Leiterin der OAED (gr. staatliche Berufsschule) Frau Maria Karamesini, die Leiterin des Projekts VETnet, DIHK Service GmbH Frau Ramona Neuse und die Direktorin der DEKRA Akademie Frau Dimitra Rousvanidou.

Im letzten Teil der Veranstaltung berichteten Frau Eliza Petraki von der Hotelkette Grecotel sowie Auszubildende und Eltern über die Vorteile der seit drei Jahren in Betrieb stehenden dualen Pilotberufsschule im Tourismusbereich. Es existieren mittlerweile 7 Klassen in drei Berufen der Tourismusbranche an zwei staatlichen Berufsschulen (OAED), in Athen und auf Kreta.

Elisa Liouta

Tel.: 0030 210 64 19 038
Fax: 0030 210 64 45 175
e.liouta( )ahk.com.gr