Eine Deutsch-Griechische Konferenz zur Ausbildung und Qualifizierung fand vom 8. bis 10. Dezember in Athen statt.

21.12.16 Nachrichten aus Athen, Bildung

Vom Zentralverband der griechischen Kammern und der Deutsch-Griechischen Versammlung organisiert und von der AHK Athen unterstützt, befasste sich die Konferenz mit dem Thema «Herausforderungen des deutschen und griechischen Berufsbildungssystems».

25 Referenten aus Deutschland und Griechenland und zahlreiche Teilnehmer aus beiden Ländern nahmen an dieser dreitägigen Konferenz teil und hatten die Gelegenheit Erfahrungen und Meinungen zum Thema der betrieblichen Berufsausbildung auszutauschen. Der Präsident des Zentralverbandes der griechischen Kammern und Präsident der IHK Athen Constantinos Michalos betonte die Notwendigkeit, dass die griechischen Kammern eine wesentliche Rolle in Sachen betriebliche Berufsausbildung nach deutschem Vorbild spielen sollen und wollen.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Beauftragter der Bundeskanzlerin für die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) Hans-Joachim Fuchtel betonte, dass ständige und bewiesene Interesse der DGV, angefragtes Know How aus Deutschland nach Griechenland zu transferieren und erfolgreich zur Überwindung der Krise einzusetzen.

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Griechenland Dr. Peter Schoof betonte die guten Beziehungen beider Länder. Dr. Schoof nahm Bezug auf die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zum Ausbau der bilateralen Beziehungen Anfang Dezember. Die Unterzeichnenden, die Außenminister beider Länder, Nikos Kotzias und Frank-Walter Steinmeier sehen damit eine Zusammenarbeit im Bereich der Bildung vor.

Der Präsident der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer Michael Maillis begrüßte die Veranstaltung und erwähnte die zwei Pilotprojekte (MENDI und VETnet), welche seit drei Jahren mit der Unterstützung und dem Know How aus Deutschland von der DGIHK mitgetragen werden und bis jetzt ca. 160 griechische Jugendliche in Tourismus relevanten Berufen ausbilden.

Die stellvertretende Ministerin für Beschäftigung Rania Antonopoulou bekräftigte den politischen Willen der Regierung die berufliche Ausbildung in Griechenland umfangreicher und effizienter zu gestalten und die Sozialpartner sowie die Unternehmen möglichst in dem Prozess der Planung aber auch der Durchführung der beruflichen Ausbildung zu integrieren.

Der Koordinator für die Zusammenarbeit der deutschen und griechischen Kammern beim Beauftragten der Kanzlerin für die Deutsch-Griechische Versammlung & Ehrenpräsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) Otto Kentzler äußerte sich zur Rolle, welche das duale Berufsbildungssystem für die deutsche wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 50 Jahren gespielt hat und deren Bedeutung zur Bewältigung der Jugendarbeitslosigkeit. Darüber hinaus hob er die Rolle der Kammern in dem Prozess des Aufbaus und der Umsetzung der betrieblichen Berufsausbildung hervor.

Referenten aus Deutschland wie Dr. Günter Lambertz - Bereichsleiter, DIHK Brüssel, Prof. Dr. Reinhold Weiß - Stellvertretender Präsident und Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Gabriele Robrecht - HWK Dortmund, Abteilungsleiterin Fachkräftesicherung, Ausbildung und Nachwuchssicherung und Steffen Gunnar Bayer - Referatsleiter Berufsbildung und Weiterbildung im Ausland, DIHK, haben über die deutsche Erfahrung und die Rolle der Kammern in der beruflichen Ausbildung gesprochen. Ein besonderes Merkmal war die Schilderung des Prozesses zur Planung sowie die Teilnahme der deutschen Unternehmen an diesem Prozess, welche ca. 27 Mrd. Euro pro Jahr in die Berufsbildung investieren, ein Vielfaches von den entsprechenden Ausgaben des deutschen Staates. Zusätzlich stellte Dr. Norbert Heller das griechisch-deutsche Projekt „Energietechnik-Initiative Kreta“ vor.

Griechische Referenten der IHK Athen, der Berufsschulen der Arbeitsagentur (OAED), des Bildungsministeriums, der Kammer von Heraklion, der DGIHK und der DEKRA Akademie in Griechenland, schilderten die aktuelle Lage, die politischen Ziele und die Bereitschaft der Kammer die Berufsausbildung nach deutschem Vorbild voranzutreiben.

Die Konferenz begrüßte auch Praxisbeispiele aus dem griechischen Schweißinstitut. Die IHK Piräus informierte über die Zusammenarbeit mit der IHK Hamburg und zusätzlich wurde die Lage zur Zertifizierung von Berufsqualifikation von einer speziellen Dachorganisation der griechischen Kammern geschildert.

Alle Teilnehmer stimmten der Notwendigkeit einer umfangreicheren und praxisnahen Berufsausbildung zu, wo die Unternehmen auch ihre Bedarfe an Berufen und Qualifikationen nennen und die Kammern als zuständige Stelle für die Organisation der Ausbildung, diese Bedarfe erfassen und die Unternehmen an entsprechende Ausbildungsprozesse beteiligen.

Weitere Infos und Bilder zur Konferenz finden Sie unter http://www.uhc.gr/, Informationen zur DGV unter http://www.grde.eu .

Elisa Liouta

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