Griechische Tagespresse vom 12. Oktober 2015

12.10.15 Aktuelles Juli 2015

Aktuelle Nachrichten der griechischen Presse aus Politik und Wirtschaft.

 

 

 

 

 

Politik

 

  • IWF-Direktorin Christine Lagarde bestätigte erneut, dass der IWF bereit dazu ist, an Griechenlands Programm teilzunehmen, „vorausgesetzt, dass das Programm auf zwei Beinen läuft, eines, das auf sehr starken, tiefgehenden Reformen inklusive Pensionen, Governance der Banken und anderen strukturellen Reformen beruht… und ein zweites Bein, das sicherstellt, dass Griechenlands Schulden nachhaltig sind“, dabei fügte sie hinzu, dass „dies nach unserem Verständnis eine Bedienung der Schulden voraussetzt“ und dass „das Wesen, die Laufzeit und die Bedingungen dieser noch erkundet werden müssen, wenn die Reformen vollzogen und implementiert werden“. Lagarde sagte ebenfalls, dass die 15-prozentige Schwelle (zur Schuldenbedienung) eine von vielen Komponenten ist, die der IWF untersucht, aber nicht die einzige.
  • EZB-Präsident Mario Draghi sagte unter anderem, dass „die griechische Regierung den Besitz des Programmes noch zeigen muss und dass sie dazu gewillt ist, ihre Voraussetzungen zu erfüllen.“ Daghi fügte hinzu, dass ein anderes Schlüsselelement über die nächsten Monate die Diskussion über die Nachhaltigkeit der griechischen Schulden ist und implizierte hierbei, dass ein „Element“ in Form eines Schuldenschnitts gebraucht würde.
  • Eurogroup-Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem weist darauf hin, dass die passendste Lösung für Griechenlands Schulden ist, den jährlichen finanziellen Bedarf auf maximal 15% des BIP zu setzen. Im Hinblick auf die Sichtweise des IWF auf dieses Szenario sagte Dijsselbloem: „Mein Verständnis war immer, dass der IWF auf den 15%-Standard hinarbeitet, aber wenn dieser sagt, dass das zu hoch sei für Griechenland, dann ist das ein Problem, das wir mit diesem besprechen werden“, dabei fügte er hinzu, dass ein Teil des 86 Mrd. EUR schweren Rettungsprogramms die Kredite des IWF, welche teuer sind, auslässt. Dijsselbloem implizierte, dass eine Schuldenerlass-Vereinbarung nicht die beste Lösung wäre, da Finanzanalysen zeigen, dass die ersten Finanzierungsbuckel womöglich in 15 Jahren auftreten werden.
  • Eurogroup-Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem sagte, dass es ein oder zwei zusätzliche Maßnahmen und Sicherheiten benötigt, damit der IWF an dem neuen Rettungsprogramm teilnehmen kann. „Eine davon ist die Sozialversicherungsreform sowie bestimmte Sicherheiten bezüglich fiskaler Angelegenheiten und der Richtung der Schulden; wir werden im November dazu kommen“, sagte Dijsselbloem.
  • Der IWF-Direktor für Europa, Poul Thomsen, bekräftigte die Position des IWF, dass die griechischen Schulden wohl unnachhaltig geworden sind und fügte hinzu, dass sich die Diskussion bezüglich eines Schuldenschnitts für Griechenland verändert hat von einem kleinen Schnitt auf die Aktienanteile seiner Schulden hin zu einer Maximierung des Finanzbedarfs, jedoch ohne die 15%-Schwelle zu nennen. „Was die genauen Ziele angeht werden wird noch zu diskutieren haben, aber es gibt unserer Meinung nach keinen Zweifel, dass, sollte Europa den Weg einer Erleichterung über eine Verlängerungen von Firsten und Rückzahlungsperioden gehen, wir ebenfalls diesen Weg gehen werden“, fügte Thomsen hinzu.
  • Nach dem Treffen mit der Direktorin der IWF sagte der griechische Finanzminister Euclid Tsakalatos in einer Mitteilung, dass Christine Lagarde die Bemühungen der Regierung unterstützt, die erste Beurteilung des Rettungsplans schnell abzuschließen, sodass die Rekapitalisierung der Banken planmäßig, noch vor dem 1. Januar 2016, voranschreiten kann. Tsakalatos fügte hinzu, dass „eine grundlegende Dikussion über Schulden sofort beginnen wird, damit für Griechenland Zustände eintreten, um das Blatt zu wenden und einen Ausweg aus der Krise zu suchen“.
  • Die griechische Regierung wird heute um 21 Uhr dem Parlament einen Sammelentwurf vorlegen, welcher zahlreiche Aktionen beinhalten wird, um die Auszahlung der nächsten Tranche von 3 Mrd. EUR aus dem Rettungspaket zu sichern.
  • Griechenland wird 3-monatige Staatanleihen am 14. Oktober emittieren, um 1 Mrd. EUR zu erwirtschaften.
  • Der Verbraucherpreisindex ist im September 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,7% gesunken.
  • Der Industrial Production Index (IPI) ist im August 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5% gestiegen, getrieben von einem Zuwachs der Herstellungsleistung um 4,2% und einem Zuwachs der Elektrizitätsproduktion um 9%. Auf der Kehrseite ist die Bergbauproduktion um 6,1% zurückgegangen. Von Januar bis August 2015 hat die griechische Produktion stagniert (-0,1%), während die Abnahme der Produktion von Bergbau (-8,6%) und Elektrizität (-2,1%) aufgefangen wurde durch eine erhöhte Produktionsleistung (+1,1%) und Wasserversorgung (+2,5%).

 

 

Märkte

 

  • SSM-Funktionäre werden Führungskräfte von griechischen Banken bezüglich der Annahmen des Stresstests und der Überprüfung der Anlagenqualität bis Ende dieser Woche konsultieren. Kapitalbedarfe werden dabei nicht bekanntgegeben, die EU-Offiziellen werden aber technische Details dieser Maßnahmen (Wirtschaftsschätzungen etc.) besprechen, während Ergebnisse möglicherweise bis Freitag, 30. Oktober bekanntgegeben werden und Banken einen Monat Zeit haben werden, um ihre Bedarfe anzumelden.
  • Kreditgeber haben Bedenken zum alternativen Vorschlag des Energieministeriums bezüglich der Privatisierung des Elektrizitätsnetztes (ADMIE) geäußert und fordern von Griechenland eine andere Version dieses Plans in den kommenden Tagen.

 

 

Unternehmen

 

  • Unter den Interessenten für die Übernahme der türkischen NBG-Tochter Finansbank sind Qatar National Bank, Turkish Garantie Bank und eine nicht genannte chinesische Gruppe.
  • Fitch hat angkeündigt, dass es die Bewertung von Hypotheken der Bank of Cyprus von „B-„ auf „B“ heraufgestuft hat.
  • Die Folli Follie Group gab bekannt, dass der Vorsitzende Dimitris Koutsolioutsos 1200 Unternehmensanteilen am 08. Oktober erworben hat.

 

 

Elisa Liouta

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