Griechische Tagespresse vom 13. Oktober 2015

13.10.15 Aktuelles Juli 2015

Aktuelle Nachrichten der griechischen Presse aus Politik und Wirtschaft.

 

 

 

 

 

Politik

 

  • Die Regierung hat dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der zahlreiche finanzielle Maßnahmen und strukturelle Reform enthält, um die Auszahlung der Tranche von 2 Mrd. EUR des ausstehenden Kredits von 3 Mrd. EUR zu erwirken. Über das Sammelgesetz wird voraussichtlich am Freitag abgestimmt. Einem zweiten Satz von Maßnahmen wird im Oktober zugestimmt, damit diese bis Anfang November implementiert weren können, um weitere 1 Mrd. EUR frei zu machen und den Weg zu ebnen für eine Vollendung der ersten Beurteilung des Rettungsprogramms und der Rekapitalisierung von Banken.
  • Der Wirtschaftskommissar der Europäischen Union, Pierre Moscovici, der Griechenland am Mittwoch und Donnerstag besucht, sagte Journalisten, dass Griechenland die bereits beschlossenen Reformen implementieren muss, damit Gespräche über einen Schuldenschnitt weitergehen und weitere Maßnahmen erfolgen können sowie die erste Beurteilung des Programms fertiggestellt werden kann. Moscovici sagte ebenfalls, dass Gespräche über einen Schuldenschnitt bis Ende November beginnen sollten, wenn Griechenland sich an den Zeitplan hält.
  • Eurogroup-Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem sagte, dass die Rückzahlungsfrist für die griechischen Schulden verlängert werden könnte, aber Gespräche dazu müssten bis Ende Dezember fertig sein. Dijsselbloem sagte auch, dass es eine Vereinbarung mit dem IWF gibt, dass die jährliche Tilgung der Schulden nicht 15% des BIP überschreiten soll.
  • Die Gesamtaktivität der Baubranche, gemessen an der Anzahl der erteilten Baugenehmigungen, ist im Juli 2015 um 32% gesunken.

 

 

Märkte

 

  • Die EZB wird den Leitzins für CET1 in dem kommenden Belastungstest für die griechischen Banken auf 9,5% für das erwartete Basisszenario und 8% für den ungünstigsten Fall setzen. In der letztjährigen Beurteilung wurde dieser auf 8% respektive 5,5% festgelegt. Eine Steigerung von 1% im Minimum von CET1 könnte zu einem um 2,1 Mrd. EUR erhöhten Kapitalbedarf für das System führen.
  • Ausländische institutionelle Anleger haben erhöhtes Interesse an der kommenden Kapitalerhöhung von griechischen Banken gezeigt. Die Beurteilung der EZB (Überprüfung der Anlagenqualität sowie Belastungstest) wird am 30. Oktober veröffentlicht, während Banken einen Monat haben werden, um ihren Kapitalbedarf zu bestimmen.
  • Nomura, welcher den Berater des Wirtschaftsministeriums darstellt und verantwortlich für Ratschlag bezüglich des Gesetzes für die Verwaltung von notleidenden Krediten ist, hat vorgeschlagen, dass die neue Regierung es Banken erlauben sollte, Hypotheken und notleidende Kredite von Unternehmen an Fonds und Anleger zu verkaufen. Minister Stathakis hat es abgelehnt, dies zu kommentieren mit der Aussage, dass alle Aspekte derzeit untersucht werden und Teil von laufenden Gesprächen mit den Institutionen sind.
  • Griechenlands Kreditgeber haben der Regierung einen alternativen Plan zur Privatisierung des Elektrizitätsnetzes (ADMIE) vorgeschlagen, der die Einrichtung eines neuen Unternehmens vorsieht, in dem PPC mit 49% und der Staat mit 51% beteiligt sind. Nach diesem Verständnis wird das neue Unternehmen also Anteile an ADMIE besitzen, was im ursprünglichen Plan des Energieministeriums nicht vorgesehen war.
  • Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis sagte, dass es derzeit Gespräche zwischen der Regierung und der Europäischen Kommission gibt, um die Finanzlücke für die Vollendung der Autobahnprojekte zu decken, indem Mittel aus dem EU-Strukturfonds auf andere Zwecke verteilt werden.

 

Unternehmen

 

  • NBG hat angekündigt, dass „es sich in Verbindung mit potenziellen Investoren innerhalb der Kontexts der Entwicklung von alternativen strategischen Optionen für die Finansbank setze wird“. Über das selbe Thema sagte die Qatar National Bank, dass diese an der Finansbank interessiert sei und dass es bereits Vorgespräche zu einer Einigung gab, obwohl „keine materiellen Entwicklungen stattgefunden haben“.
  • Die Piraeus Bank hat angekündigt, dass es ihre Quartalsergebnisse für das zweite Quartal 2015 am 14 Oktober nach Schließung der Märkte bekanntgeben wird.
  • Bis zu drei Investoren befinden sich derzeit in den Endstufen der Rechtsprozesse zum Erwerb der zypriotischen Tochter der Piraeus Bank, dieser Prozess dürfte bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Im ersten Quartal 2015 betrug die Anlagesumme der Tochter in Zypern 1,3 Mrd. EUR (0,8 Mrd. EUR in Krediten) und 1,1 Mrd. EUR in Einlagen.
  • OTP ist daran interessiert, die rumänische Tochter der Piraeus Bank zu erwerben. JC Flowers ist ebenfalls interessiert. Im ersten Quartal 2015 betrug die Anlagesumme der Tochter in Rumänien 1,9 Mrd. EUR (1,5 Mrd. EUR in Krediten) und 1 Mrd. EUR in Einlagen.
  • Die Zentralbank Zyperns hat bekanntgegeben, dass ELA-Fonds für zyprotische Banken im August auf 5,4 Mrd. EUR gesunken sind von 5,6 Mrd. EUR einen Monat zuvor.

 

 

Elisa Liouta

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