Griechische Tagespresse vom 19. Oktober 2015

19.10.15 Aktuelles Juli 2015

Aktuelle Nachrichten der griechischen Presse aus Politik und Wirtschaft.

 

 

 

 

 

Politik

 

  • Die Regierung hat am Freitag ein Sammelgesetz durch das Parlament gebracht, das zahlreiche finanzielle Maßnahmen und strukturelle Reformen beinhaltet, um die Auszahlung einer Tranche von 2 Mrd. EUR des ausstehenden Kredits von 3 Mrd. EUR zu erwirken. Kreditgeber reklamieren, dass das Gesetz nur ein Drittel der 49 notwendigen Maßnahmen beinhaltet und fordern von der Regierung eine Beschleunigung der Entscheidungsprozesse für die ausstehenden Maßnahmen, damit das Treffen der Euroworking group am Mittwoch der Auszahlung des Kredits zustimmt.
  • Finanzminister Tsakalotos wird weiterhin versuchen, Repräsentanten diverser Institutionen davon zu überzeugen, dass die Schätzung der Rezession im Haushaltsvorschlag (-2,3% im Jahr 2016 und -1,3 im Jahr 2016, von ihnen unterstützt) zu pessimistisch ist und bittet um die Eliminierung von einigen Sparmaßnahmen wie die 23% Mehrwertsteuer für Privatschulen und höhere Steuern auf Mieten. Zusätzlich wird die Regierung versuchen, Kreditgeber von der Verzögerung einiger Maßnahmen bezüglich Rentenreform zu überzeugen, da eine breitere Beurteilung des Rentensystems für spätere Phasen geplant ist.
  • Der Vorsitzende des griechischen Privatisierungsfonds (TAIPED), Stergios Pitsiorlas, sagte, dass es sinnvoll und realistisch ist, dass Privatisierungserlöse im Jahr 2016 zwischen 3 und 3,5 Mrd. EUR einbringen werden.
  • Das US-Finanzministerium sagte, dass Finanzsekretär Jaob J. Lew letzten Freitag mit Eurogroup-Präsident Jeroen Dijsselbloem telefoniert habe. Lew sagte Dijsselbloem, dass das Finanzministerium „weiterhin Europa zu einem Schuldenschnitt für Griechenland drängen werde“ und wiederholte dabei die Wichtigkeit, dass Griechenland die notwendigen Reformen implementiert.

 

 

Wirtschaft

 

  • EZB-Präsident Mario Draghi drängt auf die Loslösung der ausstehenden 15 Mrd. EUR für die Rekapitalisierung der griechischen Banken und deren zeitliche Auszahlung, damit der Rekapitalisierungsprozess beschleunigt und noch vor Jahresende abgeschlossen wird. Die EZB möchte dazu keine Spareinlagen opfern.
  • Funktionäre der Alpha Bank, Eurobank und der NBG haben sich letzte Woche mit einer Gruppe von Gläubigern getroffen und diskutierten die Möglichkeit eines Schuldenausgleichs, um ihre Eigenkapitalsituation zu verbessern. Eurobank und Alpha überlegen, Anleger um einen Wechsel von Anteilen zu bitten, während NBG einen Anleihenaustausch in Betracht zieht, abhängig vom Verkaufspreis der Finansbank.
  • Griechenlands Glücksspielregulator bekräftigt, dass die neue Mehrwertsteuer-Regulierung angemessen ist, um Spieler vor einer Sucht zu schützen und Steuerflucht zu bekämpfen. Der Regulator merkt ebenfall an, dass Europäische Behörden von der griechischen Regierung die Einführung eines Anti-Geldwäschegesetzes gefrodert haben, das vor allem Glücksspiele besonders betrachten soll.

 

 

Unternehmen

 

  • S&P hat die Piräus Bank heruntergestuft von „SD“ auf „D“. Die Agentur geht davon aus, dass Anleger weniger Wert als versprochen von der Piräus Bank erhalten.
  • Zwei ATHEX-Unternehmen überlegen, ihre Firmensitze 2016 ins Ausland zu verlegen. Gründe dafür seien der langsame Fortschritt der Regierung bei der Beseitigung der Kapitalverkehrskontrollen und der dadurch entstehenden Probleme.
  • Mytilineos Holding wird heute eine Dividende von 0,10 EUR pro Aktie auszahlen.

 

 

Elisa Liouta

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